Wenn die Großmutter alte Familienfotos zeigt, fällt der strenge Haarknoten auf, den viele Frauen damals trugen. "Das war eine Portierzwiebel", erklärt sie lächelnd und streicht sich über ihr heute kurzes Haar. Diese besondere Frisur, die heute kaum noch jemand kennt, war einst ein Zeichen von Eleganz und Ordentlichkeit. Der Name dieser Hochsteckfrisur hat dabei eine interessante Geschichte. Wir klären auf.
Was ist eine Portierzwiebel?
Eine Portierzwiebel ist ein straff nach hinten gebundener Haarknoten, der im Nacken sitzt. Diese Frisur war besonders in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bei Frauen sehr beliebt. Das Haar wurde dabei streng zurückgekämmt und zu einem festen, runden Knoten gedreht. Die Form erinnerte an eine Zwiebel oder Kugel im Nacken. Diese Frisur galt als besonders ordentlich und gepflegt.
Die historische Bedeutung
Der Name "Portierzwiebel" leitet sich von der typischen Frisur der Portiersfrauen ab. In großen Hotels und herrschaftlichen Häusern trugen sie diese strenge Hochsteckfrisur als Zeichen ihrer respektablen Position. Der Knoten wurde zum Markenzeichen dieser Berufsgruppe. Die Frisur symbolisierte Seriosität und einen gepflegten Lebensstil.
Gesellschaftliche Einordnung
In den 1920er bis 1950er Jahren wurde die Portierzwiebel zum Inbegriff der ordentlichen, pflichtbewussten Frau. Sie war besonders bei Beamtinnen, Lehrerinnen und Hausfrauen beliebt. Die strenge Frisur stand im Kontrast zu den aufkommenden modernen, lockeren Frisuren der späten 1960er Jahre. Heute ist die Portierzwiebel hauptsächlich aus historischen Fotografien und Erzählungen bekannt und ein interessantes Zeitzeugnis vergangener Schönheitsideale.