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Der OvulaRing im Test: Eignet er sich auch zur Verhütung?

ovularing test erfahrung
© familie.de-Redaktion / Katja Gajek

Der OvulaRing verspricht eine präzise und kontinuierliche Zyklusüberwachung, was ihn nicht nur für Frauen interessant macht, die versuchen, schwanger zu werden, sondern auch für die, die eine hormonfreie Verhütung anstreben. Ich habe den OvulaRing sechs Monate lang getestet und ihn zur Unterstützung meiner Verhütung genutzt. Ob das wirklich geklappt hat, erfahrt ihr hier.

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So funktioniert der OvulaRing

Der OvulaRing ist ein sensorbestückter Vaginalring, der rund um die Uhr die Körperkerntemperatur misst. Die erfassten Daten werden per App ausgewertet, um den Eisprung zu bestimmen und fruchtbare sowie unfruchtbare Tage vorherzusagen. Der Ring wird dabei vaginal getragen und speichert alle fünf Minuten Temperaturwerte. Die gesammelten Daten werden über Bluetooth an das Smartphone übertragen. Theoretisch soll das System mit der Zeit genauer werden und den individuellen Zyklus optimal erfassen.

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Kosten:

Lieferumfang für 6 Zyklen:

  • 1 Sensor
  • 6 Silikonringe
  • 6 Desinfektionstücher
  • Zugangsdaten zur OvulaRing-App
OvulaRing Zyklustracker (6 Monate inkl. App)

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Meine Erfahrungen mit dem OvulaRing

So wird der Ring verwendet

Das Einsetzen des OvulaRings war unkompliziert und vergleichbar mit dem Tragen einer Menstruationstasse. Du drückst ihn nach dem Ende deiner Periode, spätestens aber am 6. Zyklustag, einfach mit zwei Fingern zusammen und führst ihn mit dem Sensor nach oben ein paar Zentimeter tief in die Vagina ein. Dort trägst du ihn bis zum Beginn der nächsten Menstruation, was bei einer Zykluslänge von 28 Tagen etwa drei Wochen sind.

Für jeden Zyklus bekommst du einen neuen Silikonring, den du vorher desinfizierst. Nur den Sensor verwendest du durchgehend und setzt ihn monatlich in jeden neuen Ring ein. Ich habe den Ring beim Tragen nie gespürt. Auch beim Sex kann er einfach an Ort und Stelle verbleiben, ohne zu stören. Um die Temperaturwerte auszulesen, nimmst du den Ring alle paar Tage (oder kurz vorm Eisprung täglich) kurz heraus und überträgst die Daten via Bluetooth auf dein Handy. Bei mir hat das manchmal auf Anhieb geklappt, manchmal benötigte die Datenübertragung ein paar Versuche.

ovularing größe
So groß ist der elastische OvulaRing. (© familie.de-Redaktion / Katja Gajek)

Das Auslesen der Daten in der App

Die App lässt sich recht intuitiv nutzen, an manchen Punkten könnte dies aber noch besser sein. Sie bietet eine klare grafische Darstellung des Zyklusverlaufs mit Temperaturkurve, Eisprungkennzeichnung und Kalenderansicht. Wie auch bei anderen Zyklustrackern kannst du eintragen, an welchen Tagen du geschützten oder ungeschützten Sex hattest, wie deine Stimmung war, welche Symptome du verspürt hast oder wie die Beschaffenheit deines Zervixschleims war.

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Die Übersicht meiner Zyklen war allerdings nicht immer schlüssig: So markierte in einem meiner Zyklen ein Punkt in der App einen bereits erfolgten Eisprung, doch in der Detailansicht war dieser nicht mehr sichtbar. Erst durch manuelles Herunterladen der Daten wurde mir ein Eisprung für den 8. oder 9. Zyklustag angezeigt – was aber nicht mit meinem tatsächlichen Eisprung übereinstimmte.

So wird ein Zyklus in der OvulaRing-App dargestellt:

Zyklusübersicht Ovularing
Die Übersicht eines kompletten Zyklus' plus Detailansicht (rechts). (© Screenshots OvulaRing-App)

Zuverlässige Eisprung-Vorhersage? Leider nein

Laut Hersteller soll die App nach zwei bis drei Zyklen den Eisprung zuverlässig vorhersagen. In meinem Fall funktionierte dies jedoch nicht: Im dritten Zyklus beispielsweise habe ich den Ring statt am sechsten erst am achten Tag eingesetzt. Obwohl noch sechs Tage lang Temperaturdaten bis zu meinem Eisprung gesammelt werden konnten, war dadurch keine zuverlässige Vorhersage mehr möglich und ich konnte ich erst an Zyklustag 22 sehen, dass mein Eisprung am 14. Tag stattgefunden hatte. Auch in den darauffolgenden Zyklen blieb die Prognose ungenau – statt einer klaren Vorhersage erhielt ich lediglich eine grobe Schätzung, die mir monatlich auch meine herkömmliche kostenlose Zyklus-App gibt.

Im sechsten Zyklus konnte ich den Ring zu Beginn der Messung aufgrund eines Krankenhausaufenthalts für 1,5 Tage nicht tragen. Dies führte dazu, dass die App mir einen Zyklus ohne Eisprung anzeigte, obwohl die Temperaturkurve meiner Meinung nach einen typischen Temperaturabfall und -anstieg erkennen ließ.

Letztendlich verhinderten diese beiden „Anwendungsfehler“ meinerseits, dass mir in den sechs Monaten des Tests auch nur eine zuverlässige Eisprungvorhersage in der App geliefert wurde – selbst wenn zwischen dem Einsetzen des Rings und dem erwarteten Eisprung noch mehrere Tage lagen. Wäre es mein Ziel gewesen, mithilfe des OvulaRings schwanger zu werden, hätte mich diese Ungenauigkeit sehr geärgert. Immerhin konnte ich den Ring zur Verhütung nutzen.

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Manche Krankenkassen übernehmen die Kosten für den OvulaRing vollständig oder teilweise. Hier kannst du nachschauen, ob deine dazugehört.

Kann man mit dem OvulaRing tatsächlich verhüten?

Der Hersteller selbst stellt klar, dass die Nutzung der Software keine Empfängnisverhütung darstellt, da sie natürlich nicht aktiv in die Körperfunktionen eingreift, sondern nur die symptothermale Methode der natürlichen Familienplanung nutzt. Der OvulaRing ist also kein zertifiziertes Verhütungsmittel, sondern lediglich ein Zyklustracker. Zwar kann er die fruchtbaren Tage ermitteln, doch als alleiniges Verhütungsmittel ist er nicht empfehlenswert. Für eine natürliche Familienplanung kann er aber als unterstützende Methode dienen.

Tipp: Dennoch habe ich den Ring teilweise als „Verhütungsmittel“ genutzt, nämlich in der zweiten Hälfte meines Zyklus‘: Sobald ich in der OvulaApp gesehen habe, dass mein Eisprung bereits stattgefunden hat, konnte ich getrost die Kondome weglassen. Was immerhin ein Zeitfenster von angenehmen ein bis zwei Wochen bis zur nächsten Periode war.

Vergleich mit Ovulations-Teststreifen als Alternative

Zum Vergleich habe ich auch sechs Monate lang herkömmliche Ovulations-Teststreifen von Amazon genutzt. Diese messen die Konzentration des luteinisierenden Hormons (LH) im Urin. LH steigt etwa 24–36 Stunden vor dem Eisprung stark an – dieser sogenannte LH-Peak signalisiert die fruchtbarste Phase des Zyklus. Erreicht die Testlinie ihre höchste Intensität, weiß ich, dass der Eisprung kurz bevorsteht. Nach etwa drei Tagen ist die fruchtbare Phase vorbei, und ich kann sicher sein, dass Kondome bis zu meiner Periode erstmal kein Thema mehr sind.

Die Teststreifen haben in allen Zyklen den Eisprung zuverlässig im Voraus erkannt, sodass ich frühzeitig Bescheid wusste. In puncto Verhütung empfinde ich die Teststreifen daher als verlässlicher, und vor allem günstiger. Dank dieser Methode wurde ich vor Jahren auch sehr schnell mit meinem Sohn schwanger.

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OvulaRing: Was für und was gegen einen Kauf spricht

Vorteile:

  • Hormonfrei
  • Angenehm zu tragen
  • Unkomplizierte Anwendung
  • Dauerhafte Temperaturmessung
  • Kein tägliches Auslesen nötig
  • Digitale Zyklusauswertung
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Nachteile:

  • Sehr hohe Kosten
  • Eisprung-Anzeige manchmal erst, wenn der Eisprung schon war
  • Zu spätes Einsetzen des Rings oder Pausen im Tragen können verursachen, dass im Zyklus gar kein Eisprung angezeigt wird

Fazit: Lohnt sich der OvulaRing?

Der OvulaRing ist eine spannende Möglichkeit zur Zyklusüberwachung, besonders für Frauen mit Kinderwunsch. Wer auf die Temperaturmethode setzt, aber nicht täglich messen möchte, kann damit seinen Eisprung einfacher nachverfolgen. Gerade bei einem unregelmäßigen Zyklus könnte der Ring eine echte Erleichterung sein, weil man sich nicht ständig mit Ovulationsteststreifen herumschlagen muss.  Laut Hersteller hat er bereits vielen Frauen zur Schwangerschaft verholfen – das kann ich mir gut vorstellen. Allerdings muss man ihn genau anwenden, denn bereits kleine Fehler können die Vorhersage unzuverlässig machen.

Zur Verhütung sehe ich jedoch klare Nachteile. Bei mir kam die Vorhersage teilweise viel zu spät, was die Methode unsicher macht. Zudem ist der Preis ziemlich hoch. Wer eine günstigere und genauere Lösung sucht, ist mit klassischen Ovulations-Teststreifen vermutlich besser bedient – auch wenn sie etwas mehr Aufwand bedeuten. Für regelmäßige Zyklen lohnt sich der OvulaRing in meinen Augen nicht zur Verhütung, aber für Frauen mit Kinderwunsch oder unregelmäßigem Zyklus kann er eine hilfreiche Alternative sein.

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** Hinweis: Die familie.de-Redaktion hat den EH-NA0J-N825 kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Dies hatte keinerlei Einfluss auf die Berichterstattung.

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