Brennen in der Scheide ist immer unangenehm. Besonders beunruhigend ist es allerdings, wenn du ein Baby erwartest. Worauf Brennen in der Scheide während der Schwangerschaft hindeuten kann, ob es gefährlich für dein Kind ist und wann du zum Arzt musst.
- 1.Warum brennt meine Scheide in der Schwangerschaft?
- 2.Ist Brennen in der Scheide während der Schwangerschaft gefährlich?
- 3.Kann Brennen in der Scheide ein Schwangerschaftsanzeichen sein?
- 4.Hausmittel gegen Brennen in der Scheide während der Schwangerschaft
- 5.Was bedeutet Brennen in der Scheide und Handrang während der Schwangerschaft?
- 6.Was soll ich tun, wenn meine Scheide gegen Ende der Schwangerschaft brennt?
Warum brennt meine Scheide in der Schwangerschaft?
Ein Brennen in der Scheide während der Schwangerschaft kann unterschiedliche Ursachen haben. Dazu gehören:
- Scheidenpilz: Hormonbedingt ist die Scheidenflora während der Schwangerschaft anders aufgebaut, sodass sie lästige Hefepilze, wie den für Scheidenpilz verantwortliche Candida, begünstigt. Gegen Ende der Schwangerschaft sind sogar fast ein Drittel von uns davon betroffen. Du spürst das Brennen vor allem am Scheideneingang.
- Scheidenentzündung (Kolpitis): Unter diesen Sammelbegriff fallen Entzündungen nicht nur die Scheide, sondern auch des gesamten äußeren Genitalbereichs, der Vulva und der Schamlippen. Die betroffenen Stellen sind meist rot und geschwollen und du hast starken Ausfluss.
- Bakterielle Infektionen (Vaginose): Bei dieser Unterform der Scheidenentzündung haben potenzielle Krankheitserreger die Zahl wichtiger Milchsäurebakterien verringert und so die Vaginalflora aus dem Gleichgewicht gebracht. Zusätzlich zu unangenehmem Brennen und Juckreiz im äußeren Scheidenbereich tritt dabei oft ein fischig riechender grau-weißer Ausfluss auf.
- Scheidentrockenheit: Hormonelle Schwankungen des Östrogenspiegels können in der Schwangerschaft Einfluss auf die Befeuchtung und Durchblutung der Vagina haben. Das Brennen verspürst du in diesem Fall vor allem am Scheideneingang und im äußeren Genitalbereich. Durch Geschlechtsverkehr oder auch Aktivitäten wie Radfahren wird das Brennen in der Scheide verstärkt.
Ist Brennen in der Scheide während der Schwangerschaft gefährlich?
Brennen in der Scheide während der Schwangerschaft solltest du immer mit deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt abklären.
(Pilz-)Infektionen sind in der Regel gut behandelbar, doch sollte dies rasch geschehen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass das Baby sich unter der Geburt in Form von Mundsoor oder einer Windeldermatitis infiziert. In seltenen Fällen kann es zu einer Frühgeburt kommen.
Leidest du aufgrund von Erregern wie Herpesviren, Gonokokken oder dem Bakterium Chlamydia trachomatis gegen Ende der Schwangerschaft an einer Scheidenentzündung, kann das während der Geburt beim Baby Infektionen wie die gefährliche Bindehautentzündung verursachen. Bitte besprich mit deiner Ärztin, ob in diesem Fall ein Kaiserschnitt sinnvoll ist.
Keinesfalls zu unterschätzen ist eine bakterielle Vaginose. Sie steigert das Risiko einer Frühgeburt und muss daher schnell erkannt und behandelt werden.
Kann Brennen in der Scheide ein Schwangerschaftsanzeichen sein?
Brennen in der Scheide gilt nicht als klassisches Schwangerschaftsanzeichen. Es kann aber schon sein, dass dein Östrogenspiegel schwangerschaftsbedingt schwankt, was zu einer trockenen Vagina führen kann. Klarheit kann nur ein Test bringen.
Hausmittel gegen Brennen in der Scheide während der Schwangerschaft
Brennen in der Scheide solltest du nicht versuchen, selbst zu behandeln, sondern ärztlich abklären lassen.
Unterstützend kannst du ein paar Dinge tun, um ein gesundes Scheidenmilieu zu fördern:
- Atmungsaktive Unterwäsche: Baumwolle lässt Luft an die Haut, was eine gesunde Vaginalflora unterstützt. Verzichte auf synthetische Stoffe.
- Hautverträgliche Slipeinlagen: Wenn du Slipeinlagen verwendest, achte bitte darauf, dass sie keine Duftstoffe enthalten und möglichst ohne Plastik sind. Top sind waschbare Slipeinlagen aus Stoff oder welche aus Bio-Baumwolle.
- Keine übertriebene Hygiene: Eine gesunde Vaginalflora reguliert sich von alleine, Scheidenspülungen u. ä. sind nicht nötig. Einfach täglich sanft mit lauwarmem Wasser reinigen – that's all. Wenn du magst, kannst du ab und zu eine milde Intimwaschlotion verwenden.
- Lieber duschen als baden: Beim Baden können ggf. seifige Zusätze in die Vagina gelangen und hier die Scheidenflora irritieren.
- Heiß waschen: Unterwäsche und Handtücher bitte regelmäßig bei 60 Grad in der Waschmaschine waschen, damit Keime keine Chance haben.
Eine Hebamme steht dir bei allen Fragen rund um deine Schwangerschaft zur Seite. Unser Video zeigt Tipps, die dir helfen, eine gute Hebamme zu finden:
Was bedeutet Brennen in der Scheide und Handrang während der Schwangerschaft?
In der Schwangerschaft müssen wir besonders häufig aufs Klo – das kennen werdende Mamas schon. Wenn es beim Pinkeln aber plötzlich brennt, sich die Häufigkeit des Harndrangs extrem steigert und vielleicht noch Schmerzen im unteren Rücken dazu kommen, dann geh bitte zum Arzt, um eine Blasenentzündung oder einen Harnwegsinfekt auszuschließen. Unbehandelt können diese Erkrankungen zu Infektionen deines Babys, vorzeitigen Wehen und leider auch Früh- oder Fehlgeburt führen.
Was soll ich tun, wenn meine Scheide gegen Ende der Schwangerschaft brennt?
Wie gesagt, lass Brennen in der Scheide bitte immer ärztlich abklären, auch gegen Ende der Schwangerschaft. Konnten andere Auslöser ausgeschlossen werden, kann ein Brennen in der Scheide – viele Frauen beschreiben es eher als Stechen – durch den nach unten drückenden Kopf deines Babys ausgelöst werden und damit evtl. auf einen baldigen Geburtsbeginn hinweisen.
Wir recherchieren mit großer Sorgfalt und nutzen nur vertrauenswürdige Quellen. Die Ratschläge und Informationen in diesem Artikel ersetzen keine medizinische Betreuung durch entsprechendes Fachpersonal. Bitte wendet euch bei gesundheitlichen Fragen und Beschwerden an eure Ärztinnen und Ärzte, Hebammen oder Apotheker*innen, damit sie euch individuell weiterhelfen können.
Quellen: Frauenärzte im Netz, Universitätsspital Zürich, embryotox